Wasser

drObs 06/2026

Unsere Juni-Ausgabe ist da! Pünktlich zum Sommerbeginn steht sie ganz im Zeichen des Stoffes, ohne den nichts auf dieser Welt sein kann, und der doch in Zeiten des voranschreitenden Klimawandels immer rarer zu werden droht: Wasser.

Dresdens Wasserbilanz ist verheerend. Niedrigwasser, steigende Schadstoffkonzentrationen, sinkende Grundwasserspiegel – und auch die Wasserstände der Talsperren, die uns mit Trinkwasser versorgen, sind niedrig. Fatal in Zeiten klimawandelbedingter Trockenheit, denn: Weniger Wasser in Flüssen und Seen bedeutet abermals weniger Niederschlagsbildung und geringere Kühlungswirkung. Dennoch steigt Dresdens Wasserverbrauch stetig, und das nicht, weil die Dresdnerinnen so verschwenderisch wären, sondern weil niedrige Grundwasserspiegel und ausbleibender Regen verstärktes Wässern mit Trinkwasser erforderlich machen – und weil die wachsende Chipindustrie im Dresdner Norden schon bald genauso viel Wasser brauchen wird wie die gesamte Dresdner Stadtbevölkerung. Durch die Versorgung über Fluss- und Grundwasser verstärkt sie die destruktiven Dynamiken zusätzlich. Gleichzeitig soll bei Altenberg bald mit wasserintensiven und umweltschädlichen Technologien Lithium für den Batteriebau abgebaut werden. Anrainer fürchten um Wasser, Umwelt und Gesundheit und wehren sich. Schaden grüne Industrien, die Klima und Umwelt eigentlich schonen sollen, beidem am Ende mehr? Wir haben uns das mal genauer angesehen.
Wie sich sinkende Pegelstände und ausbleibender Niederschlag im Stadtbild auswirken, haben wir uns im Großen Garten angeschaut, wo Dresdens erste Kita für trockenheitsresistente Gehölze liegt. Täglich geht im Großen Garten trockenheitsbedingt ein Baum zugrunde – die Baumschule bringt Arten hervor, die Trockenstress besser vertragen.
Doch Wasser kann nicht nur Lebenssaft und Mangelware sein, es kann auch Hoffnung bedeuten – und Tod. Wir haben mit Franziska gesprochen, die als Ärztin für den Dresdner Verein Mission Lifeline International Menschen aus Seenot rettet, die trotz Lebensgefahr und repressiver EU-Außenpolitik die Flucht übers Mittelmeer wagen. Für Tausende endet die Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben jedes Jahr mit dem Tod.