Dein täglich Brot

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drObs 10/2026
Hand aufs Herz: Wie oft fragt ihr euch eigentlich, wie das Brot auf euren Teller, der Käse da drauf, das Müsli in die Schale oder die Milch ins Glas kommen, und was hinter dem Preis steht, den ihr dafür zahlt? Viele denken vermutlich sofort an Tierwohl und ökologischen Anbau – doch wer denkt an die Landwirtinnen und Landwirte, die jeden Tag im Stall, auf der Weide oder dem Acker stehen? Der Branche geht es schlecht. Die Depressions- und Suizidraten liegen deutlich über dem Bevölkerungsschnitt.
Mehr über die Not, die in eurem Brot steckt, und über die Versuche einer konservativen Branche, sich neu zu erfinden, erfahrt ihr in der Titelgeschichte unserer brandneuen Oktober-Ausgabe unter dem Titelthema „Dein täglich Brot“.
Außerdem lernt ihr den Berliner Sanktionsfrei e. V. kennen, der spendenbasiert Sanktionen der Jobcenter unterläuft und für ein sanktions- und angstfreies Existenzminimum kämpft, das Menschen ihre Würde lässt. Spätestens seit der Einführung der neuen Grundsicherung mit bis zu 100% Leistungs- und sogar KdU-Kürzungen kann sich der Verein vor Anfragen kaum retten – immer öfter von Leuten, deren Kühlschrank leer ist.
Vor einem leeren Kühlschrank schützt übrigens immer öfter auch kein hoher Bildungsabschluss. Auch ihr habt möglicherweise studiert und vielleicht auch den tollen Job bekommen, den ihr euch erhofft habt. Doch immer öfter bleiben junge Menschen trotz Hochschulabschluss länger ohne Job. Studierende vor allem als Nichtakademiker-Familien sind ohnehin einer der armutsgefährdetsten Personenkreise. Wer dann nach dem Abschluss keinen Job findet, steckt schnell drin in der Armutsspirale.